FRACKING Info- und Kontaktplattform
No Fracking

Südkurier: 13.10.2014
Überlingen Demo gegen Fracking: „Absolutes Nein zu Fracking“
GLOBAL FRACKING DOWN - 11. Oktober 2014

Insgesamt rund 600 Demonstraten folgten am Samstag dem Aufruf zur Demonstration gegen Fracking in Überlingen, zu dem ein Bündnis regionaler Umwelt- und Bürgergruppen aufgerufen hatte. Die Demonstration verlief laut Polizei störungsfrei.

Bereits am Vormittag waren im Überlinger Teilort Bambergen rund 70 Teilnehmer einer Fahrrad-Demonstration in die Innenstadt gefahren. Dort informierten Aktivisten und stellten etwa symbolisch die Messlinien für die geplanten seismischen Untersuchungen dar. Auch vier Segler unterstützten mit ihren Booten, die entlang der Promenade kreuzten, die Fracking-Gegner. Diese verknüpften ihren Protest mit einer Ablehnung des Freihandelsabkommens (TTIP). Denn, so betonte Thomas Weber, Organisator der Veranstaltung, mittels TTIP könnten private Firmen mit dem Argument der Wettbewerbsbenachteiligung unter anderem auch gegen nationale Anti-Fracking-Gesetze klagen.
Weber forderte unter Beifall ein: „Absolutes Nein fürs unkonventionelle Gasfracking – nicht nur hier am Bodensee sondern in der ganzen Bundesrepublik. Und das gilt auch für das Freihandelsabkommen, die größte Gefährdung unsere Bürgerinitiativen-Arbeit und alles, wofür wir kämpfen.“ Andrea Hahn von der lokalen „Wasserkarawane“ prangerte Ressourcenverschwendung und Umweltzerstörung an und beschwor ein Horrorszenario, sollte die Menschheit sie fortsetzen.
Die Überlinger Waldorfschüler Timo und Baldouin Bee, die für die junge Generation sprachen, sagten: „Grundsätzlich haben wir großes Vertrauen in Technik“ – aber beim Fracking sei das Risiko zu groß. „Lasst uns lieber all unsere Kraft in erneuerbare Energiequellen investieren“, appellierten die beiden Brüder und bekamen dafür viel Applaus. Timo Bee forderte die Menge auf: „Handeln wir, sonst wird mit uns gehandelt.“
Mit Galgenhumor erklärte das SEK, die „Sonderbare Einsatzkapelle“ des BUND Pfullendorf und Bad Saulgau unter Leitung von Annamaria Waibel Fracking und dessen Folgen. Waibel unterstrich: „Wir wollen nirgendwo Fracking.“ Fracking sei ein internationales Problem, Wasser kenne keine Landesgrenzen. Waibel verlas die „Korbacher Resolution“, die unter anderem auch ein generelles Import- und Exportverbot von gefrackten Energieträgern fordert sowie die Novellierung des für die Förderung relevanten Bergrechts.
 

Als Tropfen verkleidet, wollen Mitglieder der Überlinger "Wasserkarawane" auf die Gefahren von Fracking für das Trinkwasser aufmerksam machen. Im Bild: Doris Falkenstein, Ingrid Weis, Peter Gött, Annelore Overbeck und der sechsjährige Maximilian (von links).  Bild: Floetemeyer

Fracking
Beim Fracking wird Gestein unter hohem Druck mittels Wasser, Sand und Chemikalien in 1000 bis 1500 Metern Tiefe aufgebrochen. Kritiker befürchten unter anderem eine Gefährdung des Trinkwassers. In der Region Bodensee-Oberschwaben hält die britische Firma Parkkyn Energy Germany seit 2009 Lizenzen zur Erkundung von Erdöl und Erdgas. Die Erlaubnis zur Untersuchung zweier jeweils rund 1000 Quadratkilometer großer Felder bei Konstanz und Biberach läuft bis Ende 2015. An den Anti-Fracking-Aktionen in Überlingen und Umgebung beteiligten sich BUND, Nabu, die Überlinger Gruppen Wasserkarawane, Bürgersinn und Friedenskreis sowie Überlinger Schüler. (flo)


Dr. Thomas Weber koordiniert die Veranstaltung in Überlingen und ist auch Verantwortlicher fürs Ordnungsamt, das uns sehr zuvorkommend gesonnen ist. Also gerne alle Infos an ihn.

Samstag 11.10. in Überlingen, Pfullendorf, Ravensburg; Friedrichshafen, Markdorf, Herdwangen, Owingen geplant.

In Überlingen 10 - 12 Uhr diverse Strecken mit rot-weißen  Absperrbändern und Menschen besetzen, die über Fracking aufklären. Geplant sind Münsterstraße, Münsterplatz, Spitalgasse, Seepromenade, Bahnhofstraße ...
Ab 12:30 Uhr Kundgebung auf dem Landungsplatz
3 max. 4 RednerInnen, etwas Musik, kreativ Beiträge erwünscht ...

Bisher sind wir die Fracking -Gruppe Bodensee-Oberschwaben, BUND Überlingen, Ravensburg, Markdorf und Pfullendorf, Die Grünen Überlingen. Ich spreche an die Wasserkarawane, "Bürgersinn", die Stadtverwaltung Überlingen, weitere Parteien ...

Soweit die bisherigen Aktivitäten.

Was wir noch brauchen:
ca. 40 Menschen an den Bändern in der Stadt
weitere gute Ideen

Dr. Thomas Weber, Weiherhof 4, 88662 Überlingen
Fon 07551 65771
weberbodensee(at)gmx.de


NO Fracking – der Konflikt zwischen Schutz der Umwelt und ökonomischem Denken

Der Vortragsraum im evangelischen Pfarramt war am Mittwochabend, 30. Juli, gut gefüllt - trotz Sommerferien und Partyzeit. Die Referentin Annamaria Waibel vom BUND Pfullendorf informierte sehr detailliert über die Methoden des Frackings (unkonventionelle Gasförderung). Bilder von verwüsteten, gefrackten Landschaften berührten und beängstigten. „Diese Ausbeutung der letzten geringen Reserven von Gas auf unvorstellbar zerstörerische Weise kann doch nicht von intelligenten, fortschrittlichen Menschen veranlasst und durchgeführt werden“, so Annamaria Waibel. „Keiner wisse, was mit den giftigen Fracking-Chemikalien passiert. Keiner wisse, was durch die Bohrungen im Inneren der Erde geschieht“. Fracking wurde von einem Zuhörer mit der Atomkraft verglichen, deren Entsorgungsproblematik bis heute nicht gelöst ist. Die Anwesenden waren sich einig, dass diese zerstörerische Fördermethode nicht bei uns im Bodenseeraum eingesetzt werden darf. Die Wasserkarawane sieht das Fracking als direkte Bedrohung des Elements Wasser und setzt sich dafür ein, dass Fracking grundsätzlich verboten wird. „Setzen wir uns für erneuerbare und intelligente Energien ein!“, so ein Mitglied der Wasserkarawane. „Unsere Erde, unsere Lebensgrundlagen, unsere Gesundheit müssen vor diesen Gefahren geschützt werden. Denn: wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt. Sie müssen das ausbaden, was wir aus Bequemlichkeit, Gleichgültigkeit und Gier kaputt gemacht haben“.

Da amerikanische Energiekonzerne großes Interesse an Fracking in Europa zeigen, schloss die Referentin mit dem Hinweis, zivilgesellschaftlichen Druck auf das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP auszuüben und einen sofortigen Stopp der geheimen TTIP-Verhandlungen zu verlangen.

Aus dieser Betroffenheit heraus wird sich in Überlingen eine Gruppe bilden, die am Global Frackdown-Day 11.Oktober aktiv wird. Die Wasserkarawane bietet dafür die Plattform.

Vortrag