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WASSER-BEWUSST-SEIN 

Die Aktiven der Wasserkarawane haben sich 2004 zusammengefunden, als es um die umstrittenen, grenzüberschreitenden Leasinggeschäfte (Cross-Border-Leasing) der Bodenseewasserversorgung ging. Aus dem Wissen heraus, dass Wasser die Basis unseres Lebens ist und eine so vielgestaltige Bedeutung für unsere Existenz hat, verstehen wir uns als Hüter des Wassers. In unterschiedlicher Weise geben wir unser Wissen, unsere Erkenntnisse und unsere Begeisterung für dieses unser wichtigstes Element weiter.

Aktuelles

22.-24. Juli 2019: Die Wasserkarawane  gestaltet für Oberstufenschüler*innen der Waldorfschule in Überlingen  Projekttage zum Thema Wasser (Glyphosat und Nitrat in Wasser und Lebensmittel; Wasserprivatisierung und Globalisierung;  Wasserverbrauch und virtuelles Wasser)

 Bericht über das Projekt „Wasser als Lebenselixier“ an der Freien Waldorfschule Überlingen vom 22. bis 24.7.2019

Die Wasserkarawane gestaltete auf Anfrage der Freien Waldorfschule Überlingen im Rahmen der Projekttage der Oberstufe drei Tage unter dem Titel „Wasser als Grundlage unseres Lebens“. Dabei wurde das Thema Wasser aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Unsere Absicht war - wie auch die der Organisatoren der gesamten Projekttage - junge Menschen durch gemeinsames Fragen und Ringen um Ideen ins Gespräch zu bringen.

Am Montagnachmittag, nach dem Vortrag von Frau Zaiß über die Textilindustrie, schwärmten 11 Schüler*innen unter Anleitung von Hans-Peter Rottler zum „Dorfbrunnen“ vom Demeter-Hof Rengoldshausen, dem dazugehörigen Brunnenhäuschen und dann zu den nahe gelegenen Quellen auf dem Gelände, um Wasser zu schöpfen, das direkt aus dem Erdboden kommt. Schmeckt dieses Wasser anders als das Wasser aus dem Wasserhahn? Woher kommen Verunreinigungen? Wie fasst man eine Quelle? Wo kommt das Wasser her? Wie werden Quellen wertgeschätzt, gepflegt? Wo gibt es weitere Quellen in der Gegend?

Eine Blindverkostung verschiedener Wässer an einer „Wasserbar“ (Bodenseewasser, Mineralwasser, Quellwasser, Osmosewasser) brachte Aufschluss und zeigte, dass jedes Wasser seine individuelle Geschmacksnote hat. Die SchülerInnen waren sehr motiviert, Qualitäten herauszuschmecken und ihr Lieblingswasser herauszufinden. Das Mehrheitsvotum ging eindeutig zu dem Wasser von Maria im Stein aus einer Nebenquelle!

Wie aber sieht es mit der chemischen Qualität der Wasserproben aus? Diese Frage beantworteten die Schüler im Labor des Berufskollegs Biologie an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule am nächsten Tag. Es zeigte sich, dass Quellwasser aus der Umgebung von Überlingen (Quelle Maria im Stein bei Hohenbodman und eine Quelle in Herdwangen-Schönach) mit mehr als 20 mg/L Nitrat belastet waren (Grenzwert für Trinkwasser liegt bei 50 mg/L), was durch verstärkten Eintrag von Kunstdünger und/oder Gülle verursacht wird.

Auch das Herbizid Glyphosat wurde unter Anleitung von Peter Gött in einem 3-stündigen Labortest mit Antikörpern nachgewiesen. Während zwei Quellwässer den Trinkwassergrenzwert von 0,1 ng/mL gerade einhalten konnten, überschritten Quellen aus Herdwangen/Schönach und Billafingen den Grenzwert um das 4-fache. Vor allem bei konventionellem Traubensaft (4 ng/mL) und Apfelsaft (2 ng/mL) im Gegensatz zu biologischem Apfelsaft (0,3 ng/mL) wurde der Grenzwert für Trinkwasser um das 20-40-fache überschritten. Daher war es auch nicht überraschend, dass sich im Urin von allen vier untersuchten Schülern Glyphosat nachweisen ließ (0,5-2 ng/mL). Das war ein ernüchternder Befund für zwei Schülerinnen, die überwiegend biologische Lebensmittel essen und daher glaubten, frei von Glyphosat zu sein. Schließlich gab es noch eine kurze Einführung über die Ausbildung der biologisch-technischen Assistenten an der Gewerbeschule.

Nachmittags informierte Claus Kittsteiner, der lange in der Berliner Wasserinitiative und der Flüchtlingshilfe auf Lesbos tätig war und sich jetzt am Bodensee für verschiedene Initiativen engagiert, über das Thema „Wem gehört das Wasser?“. Rund 80 Schüler hörten gespannt zu, welche Ursachen und Konsequenzen die Wasserprivatisierung in Berlin, in Thessaloniki (Griechenland) und in anderen europäischen Städten hatte. Sein Fazit: Der Zugang zu sauberem, bezahlbarem Trinkwasser müsse ein Grundrecht aller Menschen sein und dem Zugriff durch gewinnorientierte Unternehmen entzogen werden, damit die Bevölkerung friedlich zusammenleben kann. Durch die Klimaerwärmung und die Ausbeutung der Grundwasserspiegel hat der Kampf ums Wasser gerade erst begonnen. Auch die Flüchtlingsproblematik hängt eng mit der mangelnden Versorgung an Trinkwasser in den südlichen Regionen der Erde zusammen. Die SchülerInnen hatten viele Fragen an den Referenten und es fand ein intensives Gespräch statt.

Am Mittwochvormittag informierte Doris Falkenstein über den aktuellen Wasserverbrauch. Rund 120 Liter Wasser nutzt ein Bundesbürger durchschnittlich pro Tag zum Trinken, Kochen, Waschen und Körperhygiene. Das ist jedoch nur ein geringer Teil des tatsächlichen Wasserverbrauchs - der liegt mit 4000 Liter Wasser pro Tag ungleich höher. So viel "virtuelles Wasser" ist erforderlich, um die Waren zu produzieren, die die Deutschen täglich konsumieren. Darunter versteht man die Wassermenge, die während der gesamten Produktionskette eines bestimmten Produktes verbraucht, verdunstet oder verschmutzt wird - der sogenannte Wasserfußabdruck (Quelle: stern.de). Es wurde klar, wieviel Wasser wir verbrauchen, wenn wir eine Tasse Kaffee trinken (140 L), eine DinA4 Papierseite benutzen (10 L), eine Jeans kaufen (8000 L). Für die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch sind 15.415 Liter Wasser nötig, für Schweinefleisch deutlich weniger. (https://www.nachhaltigleben.ch/mode/virtuelles-wasser-eine-jeans-hat-wasserverbrauch-von-8000-litern-2729). Zudem ist es wichtig zu erkennen, ob das Wasser zur Herstellung der Güter in einer wasserarmen Gegend aufgebracht werden muss (Baumwolle oder Kaffee) oder in einer wasserreichen Gegend. Sehr engagiert wurde diskutiert wie wir Wasservergeudung und Wasserverschmutzung reduzieren können.

Es wurden Ideen besprochen, wie die Ergebnisse und Erkenntnisse am Nachmittag dem Plenum weitergegeben werden können. Es bildete sich eine Arbeitsgruppe, die sich in der Mittagspause vorbereiten wollte.  Damit haben wir die SchülerInnen aus dem Projekt entlassen in die Eigenverantwortlichkeit. Das Angebot der Wasserkarawane ist, Bach- und Quellpatenschaften zu begleiten, Beratung zu Wasserthemen, z. B. bei Referaten oder Projekten.

Als Abschluss des Projektes wurde der Film „Unser Wissen ist ein Tropfen“ angeschaut (https://www.youtube.com/watch?v=XtuLMPW9cFI), in dem das Geheimnishafte, das Unerklärliche des Wassers, dem viele Forscher auf die Spur kommen wollen, thematisiert wird.

 

 

April+Mai 2019: Die Wasserkarawane  zeigte Schülern der Franz-Sales-Wocheler-Schule und der Kaspar-Hauser-Schule in Überlingen Wasser-Zaubertricks und kleine Wasserwunder

 

 

 

 

 

 

 

       

 

 

 

 

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